bewässerungsdauer: So lange sollten Tropfer, Tonkegel und Kästen laufen
Was die Laufzeit von Tropfern, Tonkegeln und Computerprogrammen leistet – und wie Sie die passende Dauer für Ihre Balkongefäße ermitteln.
Kurz gesagt
Die Bewässerungsdauer ist die Zeitspanne, in der ein System Wasser abgibt – bei Tropfern meist Minuten, bei Tonkegeln und Kapillarsystemen Stunden bis Tage. Sinnvoll ist sie, wenn das Wasser bis in die Wurzelzone reicht und das Substrat zwischen zwei Gaben leicht abtrocknen kann. Feste Minutenwerte gibt es nicht, weil Gefäßgröße, Substrat, Sonne und Durchflussrate zusammenspielen.
- Die Bewässerungsdauer beschreibt, wie lange Wasser fließt; das Intervall legt fest, wie oft gegossen wird.
- Wassermenge gleich Durchflussrate mal Laufzeit: Wer den Durchfluss kennt, kann die nötige Dauer ausrechnen.
- In kleinen, sonnigen Balkongefäßen ist eine kurze Gabe häufiger sinnvoll als eine lange, seltene.
- Tonkegel und Kapillarsysteme geben Wasser über viele Stunden langsam ab, Tropfer eher in kurzen Stößen.
- Vor dem Urlaub hat sich ein Probebetrieb über mehrere Tage mit täglicher Kontrolle des Substrats bewährt.
Bewässerungsdauer: Definition und Abgrenzung
Die Bewässerungsdauer ist die Zeitspanne, in der ein Bewässerungssystem oder eine Bewässerungshilfe tatsächlich Wasser an das Substrat abgibt. Sie ist nicht dasselbe wie das Bewässerungsintervall, also die Frage, wie oft gegossen wird. Beide Werte gehören zusammen, denn erst Durchflussrate mal Laufzeit ergibt die Wassermenge, die bei den Wurzeln ankommt. Wie Sie die Durchflussrate ermitteln, steht im Lexikoneintrag dazu.
Entscheidend ist die Dauer, weil sie bestimmt, wie tief das Wasser eindringt. Zu kurze Gaben befeuchten oft nur die Oberfläche, zu lange Gaben führen in Gefäßen mit schwachem Abzug zu Staunässe. Auf dem Balkon treffen Sonne, Wind und kleine Erdvolumen aufeinander, sodass die Vorräte schnell aufgebraucht sind.
So ermitteln Sie die passende Bewässerungsdauer
In vier Schritten zur richtigen Laufzeit
Durchfluss je Tropfer messen
Halten Sie einen Messbecher unter einen Tropfer und messen Sie eine Minute lang. Die Menge in Litern mal 60 ergibt die Durchflussrate in Litern pro Stunde.
Wassermenge pro Gefäß bestimmen
Gießen Sie einmal von Hand, bis unten etwas Wasser austritt, und messen Sie dabei die Menge. Dieser Wert zeigt, wie viel ein Gefäß tatsächlich aufnimmt.
Laufzeit ausrechnen
Teilen Sie die benötigte Wassermenge durch die Durchflussrate: 0,5 Liter bei 2 Litern pro Stunde ergeben zum Beispiel 15 Minuten.
Ergebnis kontrollieren
Prüfen Sie nach einem Tag, ob das Substrat in der gesamten Tiefe feucht, aber nicht nass ist, und passen Sie die Dauer entsprechend an.
Richtwerte für Balkongefäße
| Gefäß oder System | Wassermenge pro Gabe | Laufzeit bzw. Rhythmus |
|---|---|---|
| Blumenkasten 60 cm, vollsonnig | 3 bis 5 Liter | täglich bis alle zwei Tage, je nach Witterung |
| Blumentopf, 20 cm Durchmesser | 0,5 bis 1 Liter | täglich bei Hitze, sonst alle zwei Tage |
| Tropfer mit 2 l/h | 0,5 bis 1 Liter | etwa 15 bis 30 Minuten |
| Tropfer mit 4 l/h | 0,5 bis 1 Liter | etwa 8 bis 15 Minuten |
| Tonkegel mit 1,5-l-Flasche | Nachfüllen nach Bedarf | Kontrolle etwa alle ein bis zwei Tage |
Was die Bewässerungsdauer verändert
- Gefäßgröße: In kleinen Töpfen ist der Vorrat schneller erschöpft, größere Kästen halten Feuchtigkeit länger.
- Substrat: Humusreiche Mischungen speichern mehr Wasser als grobe, sandige Substrate.
- Standort: Volle Sonne und Wind erhöhen den Verbrauch deutlich gegenüber halbschattigen Plätzen.
- Pflanzenbestand: Viel Blattmasse verdunstet mehr Wasser als kleine, derbe Blätter.
- System: Tonkegel und Kapillarsysteme geben Wasser über die Kapillarwirkung langsam ab, Tropfer in kurzen, kräftigen Stößen.
Kurze, häufige Gaben oder eine lange Laufzeit?
Vorteile
- Wenige, dafür längere Gaben erreichen tiefere Wurzelschichten und fördern ein kräftiges Wurzelsystem.
- Größere Wassermengen halten die Feuchtigkeit in Kästen länger und verhindern starke Schwankungen.
Nachteile
- In kleinen Gefäßen läuft ein Teil des Wassers ungenutzt unten wieder heraus.
- Bei dichter Bepflanzung bleibt die Oberfläche lange feucht, was Pilzkrankheiten begünstigt.
Für den Urlaub hat sich eine Mischung bewährt: Programmieren Sie lieber zwei bis drei kürzere Gaben pro Tag als eine sehr lange. Wie Sie Intervalle, Startzeiten und Regenpausen am Gerät setzen, steht im Ratgeber Bewässerungscomputer richtig einstellen.
Bewässerungsdauer im Urlaub planen und prüfen
Rechnen Sie die Laufzeit nicht auf den Tag, sondern auf die geplante Abwesenheit: Entscheidend ist, dass der Wasservorrat reicht, ohne dass die Gefäße dauerhaft im Nassen stehen. Eine Mulchschicht auf dem Substrat reduziert die Verdunstung und verlängert den Abstand zwischen zwei Gaben.
Vor der Abreise lohnt ein Blick auf die Checkliste für Balkonpflanzen vor dem Urlaub. Wer sein System noch auswählen muss, findet einen Überblick in der Kategorie Tropfbewässerung für Balkon.
Quellen
- Berichte der Bayerischen Gartenakademie: Bewässerung im Garten, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG), abgerufen am
- Zehn goldene Regeln der Bewässerung, Gardena, abgerufen am
- Bewässerungs-Systeme im Garten: Was ist sinnvoll?, NDR, abgerufen am
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